Italien: Bares ist nicht mehr Wahres

26. Januar 2012 – 10:34

In Italien dürfen Rechnungen über 1000 Euro nicht mehr bar bezahlt werden. Darunter leidet vor allem die Hotellerie.

Arme Reiche in Italien. “La Dolce Vita” ist ganz schön bitter geworden. Wer seine Hotelrechnung bar bezahlen will oder mit einem schnittigen Ferrari im Urlaubsort vorfährt, riskiert, dass die Carabinieri schon mit Handschellen auf ihn warten.

Im Kampf gegen den Volkssport “Steuerhinterziehung” – in Italien nobel “Evasione” (Ausweichen) genannt – fährt Regierungschef Mario Monti schwere Geschütze auf. Das Gesetz, wonach Rechnungen über 1000 Euro nur noch per Kreditkarte oder Banküberweisung beglichen werden dürfen, liegt vor allem Hoteliers schwer im Magen. “Für die Hotellerie in Südtirol eine Katastrophe”, sieht der Präsident des Hotel- und Gastwirteverbandes, Wilhelm Meister, düstere Zeiten heraufdämmern.

Quelle: Kleine Zeitung


Italien: „Circus maximus“ ums Kolosseum

14. Januar 2012 – 09:46

Ein Unternehmer will die Restaurierung des Kolosseums mit 25 Millionen Euro sponsern. Dafür bekommt er es nun mit der Justiz zu tun. Gut fünf Mio. Touristen pro Jahr besuchen die Arena.

Rom. Das Kolosseum in Rom hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt: Vergangenen Herbst ist es bei einem Wolkenbruch derart vollgelaufen, dass man in der Arena – wie die alten Römer – gleich Seeschlachten hätte veranstalten können. Zu Weihnachten ist wieder einmal Tuffstein herabgebrochen, ein Geländer hat nachgegeben.

„Das Kolosseum zerfällt“, ruft voller Aufregung der Bürgermeister von Rom, und alle sind sich schon lange mit ihm einig: Diese weltberühmte Stätte antiker Volksbelustigung, heute bedrängt von gut fünf Mio. Touristen pro Jahr, hat eine Generalüberholung nötig.

Quelle: Die Presse.com


Italien: schlechte Tourismuszahlen

2. Januar 2012 – 09:02

Der Tourismus in Italien ist von 2008 bis 2010 stark zurückgegangen. Inzwischen kompensiert die stärkere Präsenz von Ausländer nicht mehr wie in der Vergangenheit den Rückgang bei den italienischen Urlaubern.
Zuwächse gibt es bei Touristen aus Indien, Brasilien und China, während der Rückgang im genannten  Zeitraum bei den Deutschen 14, den Engländern 11 und den Niederländern 25 Prozent beträgt. 2011 hatte verglichen mit 2010 einen guten Start (Januar – Juni), und dann kam im Juli und August eine kalte Dusche.

Quelle: Italien-Forum


Italien verbucht positive Bilanz für das Tourismusjahr 2010/2011

2. Januar 2012 – 08:59

Das Reisejahr 2010/2011 ist für den Italientourismus äußerst positiv verlaufen. Die Jahresbilanz der Italienischen Zentrale für Tourismus ENIT in Rom, für die die Daten aller Auslandsbüros ausgewertet werden, verzeichnet positive Zahlen bei der Nachfrage aus den verschiedenen Quellmärkten. Auch das italienische Statistikamt ISTAT vermeldet im Zeitraum Januar bis Juli 2011 einen Zuwachs von 7,3% bei den internationalen Ankünften und 5% bei den entsprechenden Übernachtungen. In den ersten acht Monaten des Jahres verbuchte die Banca d’Italia für die touristischen Ausgaben ein Plus von 6,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, so dass für Jahresabschluss mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro gerechnet wird.

Quelle:  Geschrieben am 22. Dez. 2011 von tiamoitalia.de in der Kategorie Attualità

Zum Vergleich: der nächste Eintrag …?


Könnten Sie bitte mal mit anfassen?

2. Dezember 2011 – 11:16

Wären Ruinen-Aktien für Pompeji besser als Staatsanleihen? Italiens Politiker planen jetzt eine Privatisierung der Ausgrabungen nahe dem Vesuv bei Neapel.

Durch die antiken Spurrillen toben Sturzbäche, kaum überragt von den glitschigen Trittsteinen. Für Touristen sind die Regenfälle im Herbst unbequem. Für die altrömischen Ruinen von Pompeji sind sie ein Desaster: Der Ascheboden saugt sich voll und drückt Mauern ein. Mit Gittern hat der Zivilschutz ganze Straßenzüge abgeriegelt. Der Stadt, die im Jahr 79 nach Christus von einem Ausbruch des Vulkans Vesuv zerstört, zugleich aber konserviert wurde, droht ein zweiter Untergang. Wie soll man 1.500 unbewohnte Gebäude gegen Wasser und Wetter schützen?

Am 6. November war ganz Pompeji “geschlossen wegen Regen”. Vielleicht war das aber nur eine Finte der Altertumsverwaltung.

Quelle: MARTIN EBNER in der TAZ


Ines Zöttl – Ciao Italia, amore mio

2. Dezember 2011 – 03:24

Es war das Land, wo die Zitronen blühn. Die Euro-Krise raubt uns nun die letzten Illusionen von unserem geliebten Arkadien.

Kennen diese Leute keine Gnade? Haben Sie kein Fünkchen Ehrfurcht vor dem Großen? Es war doch Johann Wolfgang von Goethe, unser Nationaldichter, der das Italien erschaffen hat, das die Ratingagenturen nun zerstören: das Land, wo die Zitronen blühn. Das Arkadien, in dem die Sehnsucht ihren Bestimmungsort findet. Wo die Seele baumelt. Und dann kommen diese Typen, die sich zwar in weiche Brioni-Stoffe hüllen, deren Weltbild aber aus einem harten s besteht. Dem des Genitivs, der allein dazu da ist, Besitz- und Eigentumsverhältnisse auszudrücken: Moody’s, Standard & Poor’s. Sie tippen Bella Italia und Dolce Vita in ihre iPads, und heraus kommt ein “A2″-Anleiheemittent mit fragwürdiger Bonität. O Goethe, schick den Götz von Berlichingen!

Lange bevor uns die Krise ans Portemonnaie geht, …
Quelle: Financial Times

Gucci, Fiat, Barilla Starke Macher, starke Marken

14. November 2011 – 11:17

Weltbekannte Labels und ein breiter Mittelstand stärken Italiens Wirtschaft. Das führt zu einer ausgewogenen Struktur: Exportstarke Konzerne und technologisch führende Nischenanbieter ergänzen sich.

Düsseldorf – Domenico Dolce und Stefano Gabbana haben es geschafft: Sie sind längst eine Marke. Ihr 1982 gegründetes Modelabel ist weltbekannt, das Geschäft läuft gut. Beide unterstreichen das durch selbstbewusste Auftritte und inszenieren sich bevorzugt in herrlicher italienischer Küstenlandschaft als Duo mit Stil.

So wie die beiden Modedesigner ist ihr Heimatland Italien längst selbst zu einer weltweiten Qualitätsmarke geworden. Italienische Mode steht weltweit für Eleganz, italienisches Essen für Lebenskunst, der italienische Film für Spaghetti-Western und ausschweifende Epen. Viele große Marken kommen aus dem südeuropäischen Land:

von Christoph KapalschinskiJürgen Flauger und Martin Wocher

Quelle: Wirtschaftswoche


“Man müßte alles auf den Kopf stellen!”

14. November 2011 – 11:13

von Sabina Sturzenegger - Schuldenkrise, Reformstau, Stagnation: Mit dem italienischen Patienten geht es nicht erst seit Berlusconi abwärts. Der ehemalige Kaffee-König Francesco Illy erklärt, was sein Land nun dringend tun sollte.

Silvio Berlusconi scheint endlich erledigt zu sein. Gibt es eine Alternative zum Cavaliere?
Der Eindruck, dass unser Premier vom Affen gebissen wurde, verstärkt sich immer mehr. Trotzdem ist momentan kein Ersatz für ihn in Sicht. Aber es gäbe viele Unternehmer, die etwas bewegen könnten, von Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo bis zu meinem Bruder Riccardo, der Präsident der Region Friuli Venezia Giulia war.

Quelle: 20 minuten online


Italien – der nächste Pleitekandidat?

26. Oktober 2011 – 11:14

Während Europas Politiker um eine Rettung Griechenlands ringen, wird Italien schon als nächster Pleitekandidat gehandelt. Wie bedrohlich ist die Lage wirklich?

Früher gehörte Italien zu den Ländern, die ihre Landeswährung regelmäßig abwerteten. Die Lira galt als klassische “Weichwährung”, die ständig an Wert verlor. Das war gut für den Tourismus, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Es war auch gut für die Wettbewerbsfähigkeit italienischer Produkte auf dem Weltmarkt.

Quelle: DW-World.de


Sommer, Sonne, Steuerfahnder

2. September 2011 – 10:22

Italiens Strände sind voll, aber sie ziehen nicht nur Touristen an. Momentan macht die Finanzpolizei in Strandbädern Jagd auf Steuerhinterzieher. Bei Liegen und Sonnenschirmen geht es in Italien nämlich oft nicht mit rechten Dingen zu.

Tutti al mare, heißt es zur Zeit. Rom ist eine verlassene Stadt. Wenn in der zweiten Augusthälfte auch nicht alle am Meer sind, Touristen und betagte Römer bleiben dennoch weitgehend unter sich. Der Höhepunkt der Leere sind die Tage um Ferragosto, Mariä Himmelfahrt. Selbst die, die zur wachsenden Zahl derer gehören, die sich keine richtige Urlaubsreise leisten können, wollen sich dann wenigstens einen Ausflug an die überfüllten Strände nahe der Hauptstadt gönnen.

Quelle: sueddeutsche.de