Ines Zöttl – Ciao Italia, amore mio

2. Dezember 2011 – 03:24

Es war das Land, wo die Zitronen blühn. Die Euro-Krise raubt uns nun die letzten Illusionen von unserem geliebten Arkadien.

Kennen diese Leute keine Gnade? Haben Sie kein Fünkchen Ehrfurcht vor dem Großen? Es war doch Johann Wolfgang von Goethe, unser Nationaldichter, der das Italien erschaffen hat, das die Ratingagenturen nun zerstören: das Land, wo die Zitronen blühn. Das Arkadien, in dem die Sehnsucht ihren Bestimmungsort findet. Wo die Seele baumelt. Und dann kommen diese Typen, die sich zwar in weiche Brioni-Stoffe hüllen, deren Weltbild aber aus einem harten s besteht. Dem des Genitivs, der allein dazu da ist, Besitz- und Eigentumsverhältnisse auszudrücken: Moody’s, Standard & Poor’s. Sie tippen Bella Italia und Dolce Vita in ihre iPads, und heraus kommt ein “A2″-Anleiheemittent mit fragwürdiger Bonität. O Goethe, schick den Götz von Berlichingen!

Lange bevor uns die Krise ans Portemonnaie geht, …
Quelle: Financial Times

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